Herold Maschinenbau

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Vogtlandanzeiger vom 07.10.2009: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not

Herold Maschinenbau GmbH | Antizyklisch investieren lautet die Strategie des Unternehmens / Harsche Kritik an Schulbildung

Trotz Krise will Unternehmer Helmut Herold die Fläche seiner Maschinenbaufirma auf das Doppelte erweitern.

Trotz Krise will Unternehmer Helmut Herold die Fläche seiner Maschinenbaufirma auf das Doppelte erweitern.

PLAUEN – Das Gebäude schlicht-funktional. Ins Innere öffnen sich die Türen selbstständig und geräuschelos. Auf dem Weg zum Beratungs- und Aufenthaltsraum kommt der Besucher an modernen Getränkespendern vorbei, fällt sein Blick auf den Eingang zu einer behindertengerechten Toilette. Willkommen in der Herold Maschinenbau GmbH im Gewerbegebiet Neuensalz. Ob Inhaber Helmut Herold das eingangs Beschriebene als Luxus ansieht, darf bezweifelt werden. Viel mahr wohl als seine Firmenphilosophie, gute Arbeit mit ebensolchen Bedingungen zu würdigen.

Am Montag hatten die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses Gelegenheit, sich am nicht mehr ganz so neuen Produktionsstandort umzusehen und die Situation des Unternehmens aus erster Hand kennenzulernen.

Geschichte reicht bis 1923
Einige Plauener werden sich noch an den Sitz des Familienunternehmens in der Stresemannstraße erinnern. Und genau da setzt Herold seinen kurzen Exkurs in die Vergangenheit an. Denn eigentlich begonnen hat die Firmengeschichte 1923, als Großvater Albert Herold eine Werkzeugschleiferei für Sticknadelprodukte gründete. Und bereits da ergeben sich Parallelen ins Heute. „Mein Großvater hat die damalige Krise durch Qualitätsarbeit überstanden“, sagt der jetzige Firmenchef.

Wenige Jahre nach dem Krieg führt der Vater den Betrieb weiter, startet mit einer Dreherei. 1988 soll Helmut Herold, bis dato Mitarbeiter der Entwicklungstechnologie der Plamag, die Firma übernehmen. Doch es soll gerade noch ein Jahr dauern, in dem sich Herold geordneter Verhältnisse erfreuen kann. „Unmittelbar nach der Wende waren unsere Erzeugnisse nicht mehr absetzbar“, erinnert er sich. „Wir mussten uns ganz schnell neu orientieren.“

Startkapital 200 D-Mark
Mit einem Startkapital von 200 D-Mark kauft er das Objekt in der Stresemannstraße und mit dem Abstand von 20 Jahren weiß er, dass auf diese Art heute keine Firma mehr zu gründen wäre. Drei Millionen Euro investiert er in den Folgejahren in Maschinen und Fertigung. Bereits kurz nach der Jahrtausendwende ist klar, dass man sich vergrößern muss. Mit dem Neubau auf der „grünen Wiese“ im Gewerbegebiet Neuensalz wird 2004 begonnen.

Und offenbar hat Herold bisher nichts falsch gemacht. Sein Gedankenansatz: Man muss antizyklisch investieren, sich in schwierigen Zeiten auf bessere vorbereiten. „Wir haben seit der Wende nie Gewinne ausgeschüttet, alle Mittel in der Firma gehalten, weshalb wir momentan auch liquid sind“, beschreibt Herold, was der Volksmund unter „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ versteht.

Und genau deshalb denkt er jetzt akut über eine neuerliche Erweiterung der Produktionsfläche nach, beschäftigt sich mit neuen Feldern des Maschinenbaus und erneuerbaren Energien. Komponenten für Werkzeug- und Druckmaschinen hat die Herold Maschinenbau GmbH bisher gefertigt. Eine Branche, die von der derzeitigen Krise besonders gebeutelt wurde und wird. Und deshalb macht der Chef auch keinen Hehl daraus, dass sein Unternehmen keine Insel der Glücksseligkeit ist. Anfang des Jahres musste für drei Monate komplett geschlossen werden, von den 50 Mitarbeitern arbeitet ein Teil kurz. Wohl wissend, dass sie bei Auftragsstabilisierung die ersten sind, die wieder ins Boot geholt werden.

Früchte hängen sehr hoch
„Im Maschinenbau hängen die Früchte sehr hoch“, weiß Herold, „da kann eine gute Maschine schon mal über eine Million Euro kosten.“ Zehn Millionen Euro hat er in den letzten Jahren investiert. Was sich im Wortsinne auszahlte, denn seit 1991 bis 2008 konnte der Umsatz in schöner Regelmäßigkeit alle vier Jahre verdoppelt werden.

Und nun? Soll ein neuer Hallenkomplex entstehen. Nicht irgendein kleiner Anbau, verdoppelt werden soll die Fläche von derzeit 24000 Quadratmeter auf 48000. Und es erweist sich, dass das Gebäude in der Tat schlicht-funktional ist. Mit modularer Bauweise kann der Verwaltungstrakt einfach aufgestockt werden. Das vierte Hallenschiff kann entstehen, ohne die Produktion unterbrechen zu müssen. „Die gegenwärtigen Planungen sind strategischer Natur“, erklärt Herold und einmal mehr fällt der Begriff vom antizyklischen Investieren. Weil man in Krisenzeiten nun mal Maschinen und Arbeitsleistungen samt Material billiger bekommt als in den „fetten Jahren“.

In kurzer Zeit beim Kunden
Dass sein Standort auf einem Industrieatlas eher weiß schraffiert ist, also als ungünstige Lage ausgewiesen, weiß Herold. Er weiß aber auch, dass der Weg zu seinen Kunden maximal zwei, drei Stunden beansprucht. Wo also liegt das Problem?

Mit seinem Optimismus verblüfft der Firmen-Chef sogar gestandene Ausschuss-Mitglieder. „Die Aufträge sind um die Hälfte zurück gegangen, 30 Prozent der Mitarbeiter mussten vorübergehend entlassen werden, aber ich sehe die Krise als überwindbar an“, ist Herold überzeugt.

No Problems? „Die qualifizierten Arbeitskräfte wandern ab“, weiß er aus Erfahrung. „Obwohl wir unsere Azubis nach Tarif bezahlen, verlassen uns die Besten nach der Lehre Richtung Altbundesländer.“ Besonders aber watscht er das Schulsystem ab. 2005 habe man 205 Bewerber gehabt, zwei eigneten sich schließlich, sagt Herold. „Was die Schüler von der Schule mitbekommen ist eine Katastrophe.“

Gewerbesteuer knickt ein
Und macht es am Beispiel fest. „Wenn jemand keinerlei räumliche Vorstellungskraft besitzt und in den Grundrechenarten versagt, kann ich ihm doch keine Hunderttausende Euro wertvolle Maschine anvertrauen.“

Als „Sofortmaßnahme“ hat Herold jetzt jedem Azubi einen erfahrenen Kollegen zur Seite gestellt. Was in Krisenzeiten auf die Kommune zukommt, ist ihm freilich auch bewusst. „Wir waren immer gute Gewerbesteuerzahler, das ist erst mal vorbei“ macht er auf Ausfälle in Größenordnungen aufmerksam.

Das sich das im Falle seines Unternehmens bald wieder ändern wird, daran lässt der agile Bilderbuch-Unternehmer allerdings auch keinen Zweifel. (tp)

Freie Presse vom 07.10.2009: Herold Maschinenbau hält an Erweiterungsplänen fest

Firma will Kaufoption für angrenzendes Grundstück sichern – Entscheidung im November

PLAUEN – Die Wirtschaftskrise geht auch an der Firma Herold Maschinenbau aus Plauen nicht spurlos vorüber. Trotzdem strahlt Geschäftsführer Helmut Herold Optimismus aus. Das gute Wirtschaften der vergangenen Jahre zahle sich jetzt aus. „Wir haben nie Gewinn ausgeschüttet, sondern immer reinvestiert oder Kredite getilgt. Unsere Technik ist auf dem neuesten Stand. Und abbezahlt.“

Schon bald will der Geschäftsführer deshalb investieren und seine Produktionshalle im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz vergrößern. Genügend Platz dafür hat er, wenn die Stadt den Vertrag verlängert, der ihm die Rechte an der Erweiterungsfläche neben seinem Firmengrundstück zusichert. Der Vertrag über die Kaufoption für das 24000 Quadratmeter große Gelände läuft zum Jahresende aus. „Wir brauchen die Fläche aber, auch wenn wir jetzt nicht gleich bauen“, versicherte Herold mit Blick auf mehrere Millionen Euro zukünftige Kosten.

Um seine Pläne zu untermauern, hatte Helmut Herold am Montag den Wirtschaftsförderungsaussschuss eingeladen und gab Einblick in die Geschichte der Firma, die 1923 von seinem Großvater gegründet wurde. Auch aus der aktuellen Situation machte er kein Geheimnis. Das Familienunternehmen produziert Komponenten für Druck- und Werkzeugmaschinen – zwei der am stärksten betroffenen Branchen. 50 Prozent Auftragsrückgang, betriebsbedingte Kündigungen, Kurzarbeit waren die Folgen. Im ersten Quartal des Jahres standen die Bänder gänzlich still. 95 Prozent der Aufträge waren im Januar weggebrochen. Doch mittlerweile zeichnet sich eine Erholung des Marktes ab. „Unsere Firma ist sicher aufgestellt, auch in diesen Zeiten“, sagt der Geschäftsführer. Er bleibt der Firmenphilosophie treu: Antizyklische Investitionen haben das Unternehmen aus mancher Krise gestärkt hervorgehen lassen. Die Geschäftsführung plant darum die Verdopplung der Produktionsfläche um weitere 6000 Quadratmeter in etwa drei Jahren.

2004 zog das Unternehmen mit derzeit 50 Mitarbeitern von der Stresemannstraße in den Neubau im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz. Mittelfristig wird die gesamte Produktion an den neuen Standort verlagert. Für das Gelände in der Plauener Innenstadt gibt es zwei Ideen, wie es weitergehen kann. Verkauf oder eine eigene neue Nutzung. Als weitere Standbeine hat Helmut Herold schon erneuerbare Energien im Blick. Dafür braucht er Platz. Der Stadtrat entscheidet im November über die Verlängerung der Kaufoption. (von Claudia Nolte)

Vogtlandanzeiger vom 20.05.2006: Jubiläum - Auf blauen Wegen schneller

Herold Maschinenbau GmbH investiert zum Jubiläum 5,5 Millionen Euro in neue Fertigung

Im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz/Nord baute die HEROLD Maschinenbau GmbH eine neue Leichtbauhalle.

Vogtlandanzeiger vom 20.05.2006_Jubiläum - Auf blauen Wegen schneller_neu

Im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz/Nord baute die HEROLD Maschinenbau GmbH eine neue Leichtbauhalle

PLAUEN – Mit Innovation wachsen, so das Credo der Firma Herold Maschinenbau GmbH in Plauen. Dabei wächst das Unternehmen nicht nur in Sachen Umsatz. Aller vier Jahre konnte die Firma seit ihrer Gründung im Jahr 1991 bislang den Umsatz verdoppeln und setzte 2005 rund 10,5 Millionen Euro um. Zu den Kunden zählen dabei namhafte Druck- und Werkzeugmaschinenhersteller, für die die Firma Herold Systemkomponenten konzipiert, produziert und montiert.

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Der Neubau, 100 mal 60 Meter, gliedert sich in vier Hallenschiffe und ist mit moderner Gebäudetechnik ausgestattet. Dies beginnt bei der Lüftungsanlage und reicht über hausinterne Kommunikation bis hin zum Scheddach, das die Beleuchtung der kostengünstig realisiert. „Solch ein Dach ist zwar in der Anschaffung teuer, spart aber auf lange Sicht Energiekosten“, ist sich Helmut Herold sicher. Auch bei den Maschinen und Werkzeugen legt man viel Wert auf Qualität, Langlebigkeit und hohe Laufzeiten. So sind fast alle Maschinen elektronisch mit den Herstellern vernetzt. Durch Ferndiagnose wird eine Verfügbarkeit der Maschinen von bis zu 95 Prozent erreicht. Optimierte Arbeitsabläufe, modernste Logistik, Produktprüfstände, deren Ergebnisse die Kunden selbst abrufen können, sowie Flexibilität bei der Erweiterung und Umgestaltung der Produktion sind weitere Faktoren, die langfristig zur Kostenreduzierung beitragen sollen, wie auch die blauen Wege, auf denen man nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen schneller geht als auf andersfarbenen Wegen.

Zurzeit sind in der Herold Maschinenbau GmbH 85 Mitarbeiter beschäftig, darunter 12 Lehrlinge. Mit der neuen Halle ist die Endausbaustufe noch lange nicht erreicht. So kann einerseits der bestehende Komplex auf dem 24.000 Quadratmeter großem Grundstück noch erweitert werden. Andererseits hat sich die Firma 22.000 Quadratmeter Bauland reservieren lassen, so dass die Produktionsfläche im Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt A72 – Plauen-Ost auf insgesamt bis zu 15.000 Quadratmeter erweitert werden kann. -scin

Freie Presse vom 18.05.2006: Jubiläum - Firma bezieht neue Fertigungshalle

Herold Maschinenbau GmbH produziert nach Millioneninvestition jetzt im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz/Nord

Freie Presse vom 18.05.2006_ Jubiläum - Firma bezieht neue FertigungshalleGroßer Augenblick gestern für die Plauener Herold Maschinenbau GmbH: 15 Jahre nach Gründung des Unternehmens wurde am Nachmittag im Gewerbegebiet Plauen-Neuensalz/Nord das neue Firmendomizil eingeweiht. Mit der 5,5 Millionen Euro umfassenden Investition baut der Betrieb seine Produktionsfläche um 6.000 Quadratmeter aus. Bislang standen in den Werkhallen an der Stresemannstraße lediglich 2.000 Quadratmeter zur Verfügung. „Es war viel zu eng geworden. Nun können wir unseren Kundenkreis und unsere Kompetenz als Systemlieferant erweitern, neue Aufgaben und zusätzliche Produkte angehen“, freute sich Geschäftsführer Helmut Herold.

Das 85 Mitarbeiter starke Familienunternehmen hat sich bislang auf die Entwicklung, Fertigung und Montage von Baugruppen für Druckmaschinen und auf Präzisions-Baugruppen und Komponenten für Werkzeugmaschinen spezialisiert. Herold arbeitet hierbei unter anderem mit der Unternehmensgruppe Koenig und Bauer (KBA), einem der weltgrößten Druckmaschinenproduzenten, und dem Werkzeugmaschinenbauer Starragheckert zusammen. Starragheckert hat dem Plauener Betrieb gerade den Zuschlag für die Entwicklung einer neuen Generation von Systemen erteilt, mit denen Werkstücke mit hoher Last schnell und präzise bewegt werden können. „Der Auftrag ist für uns wegweisend, weil wir damit ein eigenes Produkt von der Idee über die Fertigung bis zum Service betreuen“, freute sich der 32-jährige Geschäftsführer Ralf Herold, Sohn des Firmengründers.

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Neben dem Neubau will das Unternehmen an seinem bisherigen zentrumsnahen Firmenstandort in der Stresemannstraße in Plauen festhalten. „Wir haben in den vergangenen Jahren dort investiert und erstellen derzeit ein Nachnutzungskonzept“, erklärte Helmut Herold. Und sollte irgendwann der Platz wieder einmal nicht reichen, ist vorgesorgt: Im Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt A72 -Plauen-Ost – wurde eine weitere Fläche reserviert, so dass dort die Produktion von derzeit 6000 auf bis zu 15.000 Quadratmeter ausgeweitet werden kann.

Freie Presse vom 05.02.2005: Firmen machen Druck - Bildungsstandort Plauen

Unternehmerrunde beim Oberbürgermeister – Thema: Plauen als Bildungsstandort.

Zum einen müsse Plauen als Bildungsstandort attraktiver, zum anderen die Berufsakademie in ihrer Existenz gesichert werden: Darin waren sich die Firmenchefs und die Stadtspitze in einer Gesprächsrunde im Rathaus einig. Vertreter der sechs Unternehmen Narva, Werkzeugmaschinenfabrik, Sachsendruck, Plauener Spinnhütte, Herold Maschinenbau sowie Hydrauflex hatten die Einladung von OB Ralf Oberdorfer (FDP) angenommen. Wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt, stellte Kai-Uwe Groß, Geschäftsführer von Sachsendruck und Vorsitzender des Stadtmarketing den Verband als Multiplikator und Koordinator vor. „Für uns Unternehmer ist es wichtig, dass sich unsere Beschäftigten mit ihrem Standort identifizieren. Nur so wird’s gelingen, Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen“, sagte Groß. (räch)

Freie Presse vom 02.11.2005: Wirtschaftsförderer - Einheimische Unternehmen wachsen

77 Prozent der Flächen im Industrie- und GewerbegebietPlauen-Neuensalz/Nord vermarktet – Im vorigen Jahr zeigt der Trend anders als in früheren Jahren nach oben

(Von Lutz Kirchner) Eckhard Sorger, Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung, blickt mit Optimismus aufs Vermarkten freier Flächen in den Industrie- und Gewerbegebieten der Stadt. „Dazu besteht auch Anlass“, versichert er. Im vorigen Jahr konnte beispielsweise im Gebiet Plauen-Neuensalz/Nord ein 46.000 Quadratmeter großes Areal an die Firma Herold Maschinenbau gebracht werden. Etwa 77 Prozent der in Plauen-Neuensalz/Nord für Industrieansiedlungen zur Verfügung stehenden Flächen sind damit an den Mann gebracht.

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Ebenfalls stehe der Logistikpark im Norden Plauens bald für Ansiedlungen bereit. Im Umfeld des Werkzeugmaschinenherstellers Wema könnten sich besonders kleinere Automobilzulieferer etablieren. Aus der Nähe der größeren Werkzeugmaschinenfabrik, die auf dem Gebiet tätig ist, könnten Firmen Nutzen ziehen, so Sorger.

Vogtlandanzeiger vom 12.03.2002: Firmenbesuch - Kurt Biedenkopf bei HEROLD Maschinenbau

Wenige Wochen vor dem Ende seiner Amtszeit als sächsischer Ministerpräsident besuchte Kurt Biedenkopf gestern drei mittelständische Firmen in Plauen und sprach im Anschluss vor Unternehmern. Bei der Sternquell-Brauerei, bei Sachsendruck und bei Herold Maschinenbau zeigte sich Biedenkopf äußerst interessiert auch an technischen Details und beeindruckt vom Werdegang der Betriebe.

Vogtlandanzeiger vom 12.03.2002 Firmenbesuch - Kurt Biedenkopf bei HEROLD Maschinenbau_neu

Selbst in den Jahren 1943/44 eine Lehre als Dreher absolviert, konnte Kurt Biedenkopf (Mitte) schnell fachsimpeln mit Horst Härttrich (links) an einer modernen Schleifmaschine bei Herold Maschinenbau, rechts der Chef Helmut Herold. (Foto: Marco Pendel)

PLAUEN – „Ich werde mich auch nach dem 18. April um diese Dinge kümmern“, sagte Biedenkopf am Abend mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung Sachsens. Auf die Frage, was er für seine Zukunft entschieden habe, hatte er am Rande des Besuchs bei Herold Maschinenbau unserer Zeitung gegenüber geantwortet: „So etwas wird nicht entschieden, es entwickelt sich.“ Offensichtlich beeindruckt von dem Beispiel des sich mit seiner Technologie rasant entwickelnden Maschinenbaubetriebes sagte Biedenkopf, die Investitionen in Maschinen und in das Wissen der Mitarbeiter seien eine wichtige Quelle für den Erfolg. Grundlage wiederum sei eine gute Ausbildung im Land. „Damit werde ich mich immer beschäftigen“, versprach der Ministerpräsident.

Helmut Herold, der Enkel des Firmengründers, hatte das Auerbacher Unternehmen, in dem Drehbänke und Drechselmaschinen hergestellt wurden, 1988 übernommen. Dann kam die Wende, Herold stand ohne Aufträge da. „Wir begannen mit einem Betriebsvermögen von 200 Mark, nicht auszudenken, wenn es 400 gewesen wären“, berichtete der Unternehmer. Er fand neue Kunden, fertigt heute komplexe Komponenten für Druck- und Werkzeugmaschinen. Die Belegschaft wuchs auf 56 Mitarbeiter, der Umsatz je Beschäftigten erreicht 156000 Euro. „Das ist ein gesamtdeutscher Spitzenwert“, staunte Biedenkopf. „Ja, wir versuchen hier das Beste draus zu machen“, nannte Herold seine Devise.

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Am Abend hielt Biedenkopf auf Einladung der Mittelstandsvereinigung der CDU im Schalander der Plauener Brauerei einen Vortrag vor Unternehmern. Im Anschluss kamen auch einzelne Probleme und Projekte zur Sprache, um die sich der scheidende Ministerpräsident kümmern will. (mp)